„Meine Frau Heinke und ich waren seit 1959 mit dem evangelischen Orden in Taizé in Frankreich verbunden und fuhren jedes Jahr für mehrere Tage nach Taizé zur Besinnung und zur ‚inneren Arbeit‘ für die Lebensorientierung. In Taizé erwachte die Frage: Wie ist das Leben zu führen bei dem ungeheuren Maß an persönlicher Freiheit, das wir Deutschen und Europäer seit dem Ende des II. Weltkrieges genießen? Bestimmt ist diese Freiheit durch die industrialisierte Massengesellschaft mit ihren spezifisch modernen Zwängen.“
1971 wurde Raimer Jochims nach Frankfurt am Main an die Städelschule berufen mit der Aussicht, bald Rektor werden zu müssen. Beide wohnten zuerst in einem Hochhaus, das der Städelschule nahe lag, und spürten: auf die Dauer der Erde zu fern, der Erdbezug fehlte. Zu selbstisoliert im Hinblick auf ein wünschenswertes ‚Leben in Gemeinschaft‘.
Der Gemeinschaftsgedanke wurde im Laufe der Zeit immer wichtiger, und Jochims begann in der Umgebung von Frankfurt nach einer Immobilie zu suchen, die den Erdbezug stärker anbietet und eine Gemeinschaft aufnehmen könnte. 1979/80 fand das Ehepaar den später so getauften „Eliashof“ in Hochstadt.
„Es war ein schwer ramponierter Bauernhof mit weggerissenen Scheunen und Stallungen. Das schuf Platz für den kleinen Garten und für die Hühner. Erdbezug, Pflanzenbezug, Tierbezug wurden grundlegend für den Gemeinschaftbezug, denn wir Menschen sind nicht nur als Einzelwesen lebensfähig, sondern nur als Gemeinschaftswesen.
Viele Menschen, die auf dem Hof eine Zeitlang zusammenlebten, sprangen wieder ab. Geblieben sind zwei Paare: Michael Kolod und Elisabeth Ehrhorn und Karl Werny und Edda Strathmann. Es gibt seit den späten achtziger Jahren einen Kapellenraum, der allein dem geistlichen Leben dient, und es gibt zwei christliche Kreise, die sich seit Jahrzehnten regelmäßig treffen, austauschen und befruchten.“